Am 29. November 2025 demonstrierten zehntausende Menschen in Gießen gegen die Neugründung der Jugendorganisation der AfD. Auch wir OMAS aus Osnabrück, wie aus vielen anderen Regionen und Städten Deutschlands waren dabei und erlebten eine friedliche Demonstration.

Am darauffolgenden Sonntag bezeichnete Jens Spahn die Menschen, die in Gießen demonstriert hatten in der Sendung “Caren Miosga” zweimal pauschal als “linken Mob”. Er hat damit auch uns OMA-Gruppen beleidigt. Dagegen wehren wir uns mit einem offenen Brief an unsere Bundestagsabgeordneten aus Osnabrück: Dr. Mathias Middelberg, Heidi Reichinnek und Filiz Polat.
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Wir bitten Sie um Ihre Aufmerksamkeit für folgendes Anliegen:

In der ARD-Sendung „Caren Miosga“ bezeichnete Herr Spahn die in Gießen gegen die Gründung der AfD-Jugendorganisation demonstrierenden Menschen zweimal pauschal als „linken Mob“ – ohne jede Relativierung oder Verweis auf die offenbar vorwiegend friedlichen Teilnehmenden (Schätzung bis zu 50.000).

Der Begriff „Mob“ ist, egal in welcher konkreten Definition, eine grundsätzlich negative und beleidigende Bewertung, die auf Dummheit und „niederen Stand“ sowie grundsätzliche Gewaltbereitschaft hindeutet.

Wir leben aber nicht mehr in Zeiten, in denen „von oben herab aufs Volk“ geschaut wird, sondern in einer pluralistischen Demokratie, die nur als Gemeinschaft funktioniert und nicht in „die und wir“ eingeteilt werden sollte – vor allem nicht von führenden Persönlichkeiten.

Die Bezeichnung „Mob“ ist daher eine erhebliche Beleidigung der durchweg friedlichen Menschen, die lediglich ihr Demonstrationsrecht wahrgenommen haben und sich für den Erhalt unserer Demokratie einsetzen – letzten Endes damit sogar für den Erhalt Ihres Arbeitsplatzes.

Solche Äußerungen kann man dem Fraktionsvorsitzenden der größten Regierungspartei u. E. nicht „durchgehen lassen“, denn das ist keine „Meinung“, sondern eine pauschale Abwertung friedlich demonstrierender, demokratischer Menschen und eine Begriffszuschreibung, die jenseits der Realität liegt.

Und selbst wenn es als „Meinung“ bewertet werden würde, so hätte Herr Spahn aufgrund seiner Position eine andere Verantwortung. Wie Ihnen selbst bekannt, hat auch er seinen Eid darauf geschworen, das Grundgesetz ebenso wie alle anderen Gesetze zu wahren und seine Pflichten gewissenhaft zum Wohl des Landes zu erfüllen. Das ist mit derartigen Äußerungen unvereinbar.

Daher unsere Bitte und dringender Appell an Sie, dies im Bundestag zur Sprache zu bringen und bestenfalls dafür zu sorgen, daß Herr Spahn sich entschuldigt.

Mit freundlichen Grüßen
OMAS GEGEN RECHTS Osnabrück